Einschlaege

2
Mai
2007

KEIN SCHÖNER LAND

LIEDER ZUR GUTEN NACHT

I
Geborgenheit

Schweigend
zeigen Häuser auf
zum Himmel,
gleich einer Hand
die Rettung hofft
im Großstadtmeer.
Aus tausend Höhlen,
brüllt es laut
nach Leben,
verzweifelt
krallst
du dich
ins Mieder
dieser Nacht.

II
Schlaflied

Es ist der Ort
an dem die Wände
Ohren haben,
und tausend Augen
sehen selbst beim Pinkeln zu.
Kein Ton, kein Zwinkern
geht hier je verloren.
Hier bist du nie allein.
Sei glücklich
und sei still.

III
Träum schön

Die Nacht ist tot
bevor sie noch begonnen.
Der Tag treibt sich
zerknüllt am Boden rum,
poliert die Spuren fort
mit Druckerschwärze.
Ihm ist das längst egal,
was heute war, denn morgen
gibt es ihn nicht mehr.

Du glaubst, du wirst verrückt.
Kannst deinen Sinnen kaum noch trauen.
Was gestern schwarz,
ist morgen längst schon weiß,
und weiß ist grau,
und alle Grenzen schwimmen.
Schnell, mach die Augen zu
mein Kind
und schlaf recht schön.


......................................

16
Apr
2007

SMILEYS

Wenn du mein Lachen nicht hörst
zwischen tanzenden Buchstaben,
meine Tränen
deine Wange nicht benetzen,
wenn meine Wut
deinen Rahmen nicht sprengen kann,
dann erst werde ich
auf Worte verzichten.

Und du
wirst das vielleicht
sogar lustig finden.


............................................

3
Apr
2007

EINSCHLAEGE

DAS WIEDERSEHEN

Und
dann
habe ich
dein Haus bewundert
und deinen Garten
mit den Koiteichen,

in denen du deine Träume ertränkt hast.
Alle.


.......................................

22
Mrz
2007

EINSCHLAEGE

LOSBUDE

Heran
an die Losbude des Lebens!
Greif zu,
geh nicht vorbei!
An Hemmungen
haben wir nicht gespart,
auch für dich ist etwas dabei.

Hier gibt es Skrupellose,
gewissenlos wie noch nie.
Hirnlose sind unser Hauptgewinn
in dieser geistlosen Lotterie.

Du stehst
bei den Ahnungslosen,
siehst dem Treiben
tatenlos zu,
suchst zwischen den Nieten
am modrigen Boden
bedenkenlos
deine Ruh.


...........................................

17
Mrz
2007

EINSCHLAEGE

105_symbol_schmetterling_grabmal

METAMORPHOSE

Jämmerliches Gewürm -
windest bettelnd dich
im Staub,
niedrig und fad.
Glaubst kriechend du,
dein Los zu ändern?

Nicht
durchwinselter Nächte wegen -
für einen neuen Stolz
richte dich auf,
für eine neue Würde,
unerreichbar für zermahlende Füße.
Flieg!


.......................................
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undercoverlyrik

SCHREIBEN

hat etwas Exhibitionistisches, Gedanken zeigen hinter Metaphern - ein Schleiertanz, ein Spiel.

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